50 Jahre Internationale Sportförderung: Ein Erfolgsmodell feiert Jubiläum

Erster Sportexperte für das Auswärtige Amt: Rudi Gutendorf. ©picture-alliance Erster Sportexperte für das Auswärtige Amt: Rudi Gutendorf. ©picture-alliance
Bundeskanzler Konrad Adenauer 1961. ©picture-alliance Bundeskanzler Konrad Adenauer 1961. ©picture-alliance

Was vor 50 Jahren als Zufallsprodukt seinen Anfang nahm, hat sich heute als wichtiges und erfolgreiches Instrument deutscher Außenpolitik etabliert – die Internationale Sportförderung des Auswärtigen Amtes.

1961 - Die Berliner Mauer wird gebaut, John F. Kennedy wird als neuer Präsident der USA vereidigt, Juri Gagarin fliegt als erster Mensch ins All – und Rudi Gutendorf nach Tunesien. Dort soll er den Lieblingsverein des Staatspräsidenten Habib Bourguiba trainieren. „Um schnellste Prüfung und Drahtbescheid wird gebeten, da es sicher ist, dass auch die Oststaaten sich für dieses Angebot intensiv interessieren“, so lautet der dringende Appell der deutschen Botschaft in Tunis ans Auswärtige Amt. Und so wird schnell und unbürokratisch gehandelt. Das Auswärtige Amt übernimmt kurzerhand die Hälfte von Gutendorfs Gehalt und Bundeskanzler Adenauer verabschiedet den jungen Trainer höchstpersönlich: „Machen se et jut da, Herr Jutendorf, sonst nehmen die einen aus der Sowjetzone.“

Und Gutendorf machte es „jut“, so gut sogar, dass die Entsendung von Sportexperten in Entwicklungsländer seitdem zu einem festen Bestandteil auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik der Bundesrepublik wurde. Neben Gutendorf waren Otto Westphal, Karl-Heinz Weigang, Peter Schnittger und Burkhard Pape die ersten „Botschafter in kurzen Hosen“.

Mit den Jahren wurden die Rahmenbedingungen, die Organisation und die Koordination der Einsätze der Sportexperten immer weiter verbessert. Dabei erwiesen sich in all den Jahren das Nationale Olympische Komitee für Deutschland, der Deutsche Sportbund (heute fusioniert zum Deutsche Olympische Sportbund) und die Sportfachverbände als zuverlässige Partner des Auswärtigen Amts.

Auch der Tätigkeitsschwerpunkt der Auslandexperten hat sich mittlerweile extrem gewandelt. Bei den ersten geförderten Projekten stand meist die Nationalmannschaft des jeweiligen Landes im Mittelpunkt der Arbeit. Heutzutage werden vor allem im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Maßnahme völlig andere Schwerpunkte gesetzt. Ganz nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ steht bei heutigen Projekten die Trainerausbildung im Zentrum, es werden Konzepte zur Förderung des Schul-, Frauen- und Behindertensports erstellt und umgesetzt sowie beim Aufbau moderner Verbandsstrukturen geholfen.

Mittlerweile wurden über 1300 Kurz- und Langzeitprojekte durch das Auswärtige Amt gefördert, mehr als die Hälfte davon in Afrika. Die Zahl derer, die während dieser Maßnahmen die positiven Werte des Sports kennen gelernt und diese als Multiplikatoren weitergegeben haben, ist ungezählt. Positiv-Werbung für Deutschland gibt es quasi zum Nulltarif hinzu. Und so ist die Internationale Sportförderung auch heute noch - mehr als 20 Jahre nach dem Fall der Mauer - eine Erfolgsgeschichte.

(Last updated on 10.07.2015)